Durch den Einsatz von Schlafmitteln können Sie den Schlafvorgang fördern. Leiden Sie also unter Schlafstörungen und können keine erholsamen Nächte genießen, könnte dies eine Lösung für dieses Problem sein. Was man jedoch unter Schlafmitteln versteht, welche Arten und Formen es gibt, wann und wo diese eingesetzt werden und welche Gefahren Schlafmittel mit sich bringen können, erläutern wir Ihnen in unserem heutigen Artikel.

Was sind Schlafmittel?

Schlafmittel gibt es in verschiedenen Formen, welche jedoch grundlegend das gleiche Ziel verfolgen. Schlafstörungen sollen mit Schlafmitteln gehemmt oder gar behoben werden. In erster Linie wird der Schlafvorgang beschleunigt.

Das heißt, die Patienten schlafen schneller ein und haben somit weniger Schlafdefizit. Auf der anderen Seite sollen Schlafmittel dabei helfen durchzuschlafen und somit einen ruhigen Schlaf zu verschaffen. Auch dies wirkt sich positiv aus, da hierdurch die Erholung im Schlaf gewährleistet wird.

Welche Arten von Schlafmitteln gibt es und wie werden diese eingesetzt?

Es können verschiedene Substanzen als Schlafmittel eingesetzt werden. Von pflanzlichen Mitteln bis hin zu sehr starken Barbituraten. Die Wahl des Schlafmittels ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Sprechen Sie bei Ihrem Arzt vor, wird er Ihnen somit einige Fragen stellen, um das richtige Mittel für Sie zu finden. Selbstverständlich geht es auch überhaupt um die grundsätzliche Klärung on der Einsatz eines Schlafmittels bei Ihnen überhaupt sinnvoll, bzw. gerechtfertigt ist.

Die Faktoren werden wie folgt untergliedert:

  • Ursache der Schlafstörungen,
  • Symptomatik (Ein- und/oder Durchschlafstörungen),
  • Alter des Patienten,
  • Dauer und bisherige Behandlung der Schlafstörungen,
  • andere Faktoren, bei denen bestimmte Medikamente nicht verschrieben werden dürfen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Augenerkrankungen, Suchterkrankungen, etc.).

1. Benzodiazepine

Diese Schlafmittel gelten als „die erste Wahl“. Sie werden bereits seit dem Jahr 1960 gegen verschiedene Störungen eingesetzt. Das Verhältnis von Nutzen und Nebenwirkungen bei diesem Mittel, im Vergleich zu anderen Substanzen, fällt ziemlich günstig aus. Ebenso sind diese die am häufigsten und besten untersuchten Psychopharmakon.

Sie bewirken im Hirn, dass die vorhanden Hemmmechanismen in deren Wirkung verstärkt werden. Stelle man sich unser Gehirn als eine Maschine vor, werden die Benzodiazepine als „Bremse“ eingesetzt, welche wir benötigen um in den Schlaf zu gelangen.

Sie beruhigen, wirken muskelentspannend, lösen Ängste und wirken krampflösend. Die Wirkdauer hängt unter anderem davon ab, wie schnell unser Körper die Substanz wieder abbaut.

2. Neue Nichtbenzodiazepine

Diese gehören durch ihre chemische Struktur nicht zu den Benzodiazepinen, haben jedoch im Nervensystem den gleichen Wirkungsort. Sie wirken ähnlich wie die Benzodiazepine, wobei sie hauptsächlich für Einschlafprobleme verwendet werden.

Die neuen Nichtbenzodiazepine gelten daher zur Zeit als ideales Mittel zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen.

3. Antidepressiva

Es will für Sie vielleicht verwirrend klingen, dass auch Antidepressiva gegen Schlafstörungen eingesetzt werden. Die Verschreibung kann jedoch auch bei Schlafstörungen hilfreich sein, da diese Medikamente eine schlafanstoßende Wirkung haben.

Sie wirken nicht nur gegen Depressionen und sind stimmungsaufhellend, sondern sind auch beruhigend und antriebsdämpfend. Steht bei der Behandlung die Schlafstörung im Vordergrund, beginnt man diese mit einer niedrigen Dosierung.

4. Neuroleptika

Neuroleptika werden in erster Linie zur Behandlung von psychischen Störungen verwendet. Neben diesem Gebiet werden Neuroleptika auch zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Sie besitzen ebenso eine sedierend/beruhigende und zugleich dämpfende Wirkung. Gerade die dämpfende Wirkung wird der Behandlung von Schlafstörungen zunutze gemacht.

Bei dieser Behandlung werden in erster Linie schwache Neuroleptika herangezogen. Die Dosierung ist, wie immer, von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

5. Antihistaminika

Normalerweise wird diese Medikamentengruppe zur Behandlung von Allergien eingesetzt. Jedoch haben einige dieser Medikamente eine schlafanstoßende Wirkung und machen somit müde. Bislang sind die Medikamente ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

Die schlafanstoßende Wirkung ist bei diesen Medikamenten eindeutig geringer als bei Benzodiazepinen. Es existieren keine Untersuchungen im Bezug auf diese Behandlungen.

Sprechen Sie daher vor Anwendung mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich gut beraten, da eine Abhängigkeit nicht ausgeschlossen werden kann.

6. Chloralhydrat

Dies ist eines der ältesten Schlafmittel und kommt heutzutage eher noch bei älteren Patienten zum Einsatz. Chloralhydrat besitzt eine leicht sedierende Wirkung, welche innerhalb von 30 Minuten einsetzt und dann ungefähr sechs Stunden lang anhält.

Jedoch sind die Nebenwirkungen wie die hohe Giftigkeit, das Abhängigkeitspotential, Übelkeit, allergische Reaktionen, etc. beträchtlich.

7. Clomethiazol

Eingesetzt wird dieser Wirkstoff nicht zur ambulanten Behandlung, sondern nur zur stationären Behandlung bei Schlafstörungen. Hauptsächlich wird der Wirkstoff zur Behandlung von deliranten Zuständen verwendet. Jedoch können auch hartnäckige Schlafstörungen, Verwirrtheits- und Unruhezustände damit behandelt werden.

Eine ausgeprägte schlafanstoßende Wirkung macht das Medikament für die Behandlung von Schlafstörungen einsetzbar. Jedoch kann eine schnelle Abhängigkeit entstehen.

8. Pflanzliche Präparate

Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Melisse und Kawain, sind Ihnen sicherlich bekannt. Diese Mittel sind freiverkäuflich und haben den Vorteil, dass sie weitestgehend frei von bedeutsamen Nebenwirkungen sind. Studien konnten eine schlafverbessernde und stimmungsaufhellende Wirkung nachweisen. Auch eine verbesserte Schlafstruktur konnte in Studien festgestellt werden.

Die schlafanstoßend Wirkung bei diesen Mitteln ist eindeutig geringer als die der oben genannten Medikamente. Die pflanzlichen Präparate eignen sich daher zur unterstützenden Behandlung leichter Schlafstörungen.

Vor- und Nachteile von Schlafmitteln

Das ideale Schlafmittel sollte folgende Dinge bewirken:

  • Verbesserung der Schlafdauer und Schlafqualität,
  • keine Veränderung des natürlichen Schlafmusters,
  • Wirkung nur in der Nacht und nicht am Tage,
  • keine Nebenwirkungen für den Körper,
  • keine Anhängigkeit,
  • unproblematisches Absetzen der Medikamente.

Jedoch ist ein solches Schlafmittel bis heute noch nicht auf dem Markt und das wird es höchst wahrscheinlich auch nie geben. Alle Schlafmittel haben ihre Vor- und Nachteile, welche Sie im Einzelfall abwägen müssen.

Vorteile:

Der wohl größte Vorteil einer Schlafmitteltherapie liegt in der Entlastung des Patienten durch das bessere Ein- und Durchschlafen. So kann bei akuten Schlafstörungen einer Chronifizierung vorgebeugt werden.

Liegt bereits eine chronische Schlafstörung vor, kann die Entwicklung von Folgeproblematiken, wie depressive Verstimmungen oder Erschöpfungszustände, vorgebeugt werden.

Nachteile und Nebenwirkungen

Der wohl größte Nachteil einer medikamentösen Behandlung von Schlafstörungen liegt darin, dass die Medikamente nur die Symptome beseitigen und nicht die Ursache bekämpfen.

Die Mittel helfen, heilen jedoch nicht. Ebenso kann sich bei einigen Medikamenten auf Dauer eine Abhängigkeit entwickeln oder die Organe können teilweise Schäden davon tragen.

Fazit

Die Wirkung der bekannten Schlafmittel ist hilfreich und zugleich nachteilig. Wird also eine medikamentöse Behandlung bei Schlafstörungen in Erwägung gezogen, ist das Zusammenspiel zwischen dem Arzt und dem Patient von hoher Bedeutung.

Wichtig ist auch die Aufklärung des Patienten über mögliche Nebenwirkungen und Absetzeffekte. Leiden Sie also unter Schlafstörungen sprechen Sie mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich beraten. Sollte dieser eine Behandlung befürworten, halten Sie sich an Ihren Medikamentenplan und halten Sie die Verordnungen des Arztes ein.

So können zwar die möglichen Nebenwirkungen nicht verhindert werden aber das Absetzen der Schlafmittel wird überwacht und birgt somit keine Gefahren.