Zum Ende eines jeden Kalenderjahres ist ein Wechsel der Grundversicherung möglich, sofern die Kündigungsfrist von einem Monat eingehalten wird. Versicherte, die den Standardtarif der Grundversicherung mit einer Franchise von 300 Franken und einer freien Arztwahl gewählt haben, können die Grundversicherung auch zum 1. Juli kündigen. Allerdings beträgt die Kündigungsfrist in diesem Fall drei Monate. Aber wieso sollte man die Grundversicherung überhaupt wechseln? Ganz einfach: Zwar unterscheiden sich die Leistungen im Rahmen der Grundversicherung nicht, die Prämien hingegen schon. Noch mehr lässt sich mit einer höheren Franchise sowie der Wahl eines alternativen Versicherungsmodell sparen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Vergleich der Krankenkassenprämien achten sollten.

Welche Versicherungsmodelle gibt es?

Das Krankenkassensystem der Schweiz sieht eine obligatorische Grundversicherung vor, bei der Versicherte zwischen verschiedenen Modellen frei wählen können. Beim Hausarztmodell verzichten Versicherte z. B. auf die freie Arztwahl. Außerdem muss – abgesehen von Notfällen, augenärztlichen Kontrolluntersuchungen sowie der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen –  im Krankheitsfall immer zuerst der Hausarzt aufgesucht werden. Wer der Hausarzt ist, kann im Hausarztmodell übrigens von der Versicherung vorgeschrieben werden. Belohnt wird man für diese Einschränkungen jedoch mit bis zu 20 % Rabatt auf die Prämien des Standard-Modells.

Das HMO-Modell ähnelt stark dem Hausarzt-Modell. Der Unterschied ist, dass im Krankheitsfall nicht zuerst der Hausarzt, sondern eine HMO-Praxis (HMO = Health Maintenance Organization) aufzusuchen ist. Bei diesem Versicherungsmodell winken bis zu 25 % Rabatt. Ähnlich viel lässt sich mit einem Telmed-Modell der Schweizer Krankenkassen sparen. Hier sind Sie dazu verpflichtet, sich im Krankheitsfall zuerst an eine telefonische Beratungsstelle mit medizinischem Fachpersonal zu wenden, welches Sie bei Bedarf an ein Spital, einen niedergelassenen Arzt oder einen Therapeuten verweist.

Krankenkasse erst vergleichen, dann wechseln

Einfach mal so die Krankenkasse zu kündigen ist nicht ohne weiteres möglich, schließlich ist die Krankenversicherung (Grundversicherung) in der Schweiz obligatorisch. Bevor Sie also ein entsprechendes Kündigungsschreiben losschicken, sollten Sie sich bereits für eine neue Krankenkasse entschieden haben. Doch nicht immer ist der Wechsel der Krankenkasse notwendig, manchmal reicht bereits ein Wechsel in ein anderes Versicherungsmodell oder eine Anpassung der Franchise. Eine Erhöhung der Franchise ist immer zum Beginn eines neuen Kalenderjahres möglich.

Was ist eine Franchise?

Als Franchise bezeichnet man einen Teil der Kostenbeteiligung, die von Versicherten bei ärztlich erbrachten Leistungen und Medikamenten zu tragen ist. Sofern medizinische Leistungen in Anspruch genommen wurden, muss die Franchise nur einmal pro Kalenderjahr bezahlt werden. Die Minimal-Franchise für Erwachsene liegt bei 300 Franken, die maximale Franchise bei 2’500 Franken jährlich. Den zweiten Teil der Kostenbeteiligung bildet der Selbstbehalt.

Krankenkassenvergleich: Worauf sollte man achten?

Achten Sie beim Krankenkassenvergleich darauf, dass der Prämienrechner tatsächlich die Prämien aller Schweizer Krankenkassen für jeden Wohnkanton, jedes Alter und jedes Geschlecht berücksichtigt und die Daten korrekt sind. Die Ergebnisse sollten Ihnen außerdem unabhängig und neutral präsentiert werden. Am Ende sollten Sie selbst entscheiden können, welche Franchise und welches Versicherungsmodell am besten zu Ihnen passt. Der Krankenkassenvergleich (Prämienrechner), etwaige Hintergrundinfos und ein persönlicher Ansprechpartner sollten lediglich beratende Elemente sein.

Lassen sich auch Zusatzversicherungen vergleichen?

Während die Grundversicherung obligatorisch ist, steht es Ihnen frei, eine ambulante oder stationäre Zusatzversicherung (Spitalversicherung) abzuschließen. Anders als bei der Grundversicherung unterscheiden sich die Leistungen der Krankenkassen hier enorm. In der Regel bieten die Versicherer Kombi-Pakete an, die gleich mehrere Bereiche wie beispielsweise Komplementärmedizin und Vorsorge (Prävention) mit abdecken. Schließt man gleich mehrere Zusatzversicherungen ab, könnten manche Bereiche möglicherweise “doppelt” abgedeckt sein. Abgesehen davon, bieten nicht alle angebotenen Zusatzversicherungen eine finanzielle Ersparnis.

Unser Tipp: Lassen Sie sich hier unabhängig beraten, um das beste Versicherungsprodukt für Sie oder Ihre Kinder zu finden. Besonders bei Kindern lohnt sich der frühzeitige Abschluss einer Zusatzversicherung, da es keine gesetzlich definierte Aufnahmepflicht wie in der Grundversicherung gibt.