Anders als bei der obligatorischen Grundversicherung können die Schweizer Versicherungsunternehmen Personen in der Zusatzversicherung ablehnen. Hauptgrund für eine Ablehnung sind in fast allen Fällen gesundheitliche Probleme bzw. bestehende Krankheiten, die der Krankenkasse mit einer hohen Wahrscheinlichkeit hohe Kosten verursachen würden. Allerdings gibt es Schlupflöcher, mit denen Versicherte dennoch in den Genuss einer entsprechenden Zusatzversicherung kommen können. Besonders bedeutend ist in diesem Fall der Zeitpunkt, zu dem man einen Antrag stellt.

Gesundheitsfragebogen als Hürde bei Zusatzversicherung

Der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung (z. B. für Alternativmedizin oder Auslandsreisen) kommt der Bewerbung auf eine gut bezahlte Arbeitsstelle gleich. Nur wer die nötigen Voraussetzungen besitzt, hat gute Chancen auf eine Zusage. Wie gut die Chancen stehen, prüft die jeweilige Krankenkasse durch einen Gesundheitsfragebogen. Diesen müssen Sie wahrheitsgemäß ausfüllen und an das Versicherungsunternehmen übermitteln. Sollte die Krankenkasse Sie ablehnen, braucht es keine weitere Begründung. Ein gesetzlich definiertes Anrecht auf eine solche Versicherungen haben Sie leider nicht.

Je früher Sie diese Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen, desto besser. Denn Folgeerkrankungen, die nach dem Absenden des Antrags auftreten, werden nicht mehr berücksichtigt – selbst wenn Sie noch keine Prämien zahlen und die Versicherung noch keinen Aufnahmeantrag übersandt hat. Hier spricht man dann von einer sogenannten Besitzstandsgarantie. Auch die Aufnahmebedingungen selbst unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer. Ein Vergleich sowie eine unabhängige Beratung lohnen sich in jedem Fall.

Zusatzversicherung bereits in jungen Jahren abschließen

Im Idealfall schließen Sie eine Zusatzversicherung ab, wenn Sie jung und gesund sind. So können die Versicherungen keinen Vorbehalt geltend machen und Sie ablehnen. Um einer Gesundheitsprüfung komplett zu entgehen, können Eltern (am besten noch vor der Geburt) für ihr Kind Zusatzversicherungen beantragen. Bei einer vorgeburtlichen Anmeldung ist die Aufnahme in fast allen Fällen auch ohne Fragebogen garantiert. Tipp: Für Kinder & Jugendliche empfiehlt sich vor allem eine Zusatzversicherung für Zahnbehandlungen (Zahnzusatzversicherung). Zahnspangen, die sehr häufig im Jugendalter notwendig werden, bezahlt die Grundversicherung nicht.