Die Akupunktur gehört zu den beliebtesten Behandlungsmethoden der Komplementärmedizin und wurde vor rund 3.000 Jahren in China entwickelt. Damit ist die Akupunktur Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). In Europa kennt man die Therapie erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Besonders bei Schmerzen scheint die Akupunktur den Betroffenen zu helfen. Immer beliebter wird die Behandlung mit den feinen Nadeln aber auch zur Geburtsvorbereitung.

Wie funktioniert die Akupunktur?

Bei der Akupunktur werden sehr feine Nadeln an ganz bestimmten Punkten (Meridianpunkte) im Körper ca. 0,5 mm tief eingestochen. Der Vorgang ist absolut schmerzlos. An diesen Punkten sollen die Nadeln den Energiefluss wiederherstellen bzw. eine unausgeglichene Energie zwischen verschiedenen Körperregionen ausgleichen. Etwa 20 bis 30 Minuten liegt man als Patient(in) auf einer Liege, entspannt und lässt die etwa 0,3 mm dicken Nadeln ihre ganz besondere Wirkung entfalten.

Wirkung immer besser erforscht

Dank moderner Nachweisverfahren wie der Kernspintomographie lässt sich die Wirksamkeit der Akupunktur immer besser erforschen. Nachgewiesen ist beispielsweise, dass die Hirnareale, die mit den Akupunkturpunkten verbunden sind, eine verstärkte Aktivität aufweisen, sobald die Nadel gesetzt wird. Ausserdem lässt sich eine erhöhte Ausschüttung von Glückshormonen wie Serotonin und anderen stimmungsaufhellenden Substanzen verzeichnen. Das macht die Akupunktur inner- und ausserhalb der Schwangerschaft bei folgenden Beschwerden zur geeigneten Komplementärtherapie:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schmerzen
  • (Schwangerschafts)depression

Ausserdem wirkt die Akupunktur:

  • durchblutungsfördernd,
  • vegetativ regulierend,
  • abschwellend und
  • immunmodulierend.

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Die Akupunktur hilft nicht nur bei Beschwerden in der Schwangerschaft, sondern erleichtert auch den Vorgang der Geburt. Immer mehr Frauen vertrauen deshalb auf die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung. Eine Studie der Frauenklinik Mannheim konnte belegen, dass die Geburtsdauer durch die Akupunktur im Durchschnitt von 10 auf 8 Stunden verkürzt werden kann. Bei der Geburtsvorbereitung werden vor allem vier Punkte auf der linken und rechten Körperhälfte behandelt. Dazu gehören ein Punkt unterhalb des Knies, einer an der äusseren Seite der kleinen Zehe, ein Punkt am Innenknöchel sowie einer an der seitlichen Wade. Bei Angst während der Geburt kann zusätzlich ein Punkt am Kopf akupunktiert werden, was der Schwangeren hilft, sich zu beruhigen.

Akupunktur fast frei von Nebenwirkungen

Nebenwirkungen für Mutter und Kind wie bei Medikamenten hat man bei der Akupunktur nicht zu befürchten. Die feinen Nadeln sind demnach eine echte Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln, die während der Schwangerschaft nur im Notfall verabreicht werden sollten. Wenn es zu Nebenwirkungen kommt, sind diese bei der Akupunktur meist auf die generelle Angst vor Nadeln zurückzuführen. Manche Frauen berichten in diesem Zusammenhang von Kreislaufproblemen mit Schwindel und Co. Bei einer etwaigen Zweitbehandlung verschwinden solche Nebenwirkungen fast immer, da sich die Patientin an die Behandlung gewöhnt hat. Falls es nach der Akupunktur zu leichten Rötungen oder kleinen blauen Flecken an den Einstichstellen kommt, verschwinden diese in der Regel nach kurzer Zeit von selbst.

Was übernimmt die Krankenkasse?

Die Grundversicherung übernimmt in vielen Fällen die Kosten für alternative Heilmethoden. So werden auch die Kosten für Akupunktur-Sitzungen häufig erstattet. Wichtig ist, dass die Akupunktur von einem (Frauen-)arzt / einer (Frauen-)ärztin mit entsprechender Zusatzqualifikation als sinnvoll bzw. notwendig eingestuft, und durchgeführt wird. Welche Kosten übernommen werden und wann eine Zusatzversicherung für Alternativmedizin notwendig ist, wird Ihnen Ihr Arzt bzw. die behandelnde Ärztin mitteilen.