Der Hals kratzt, die Nase läuft und die Beine und Arme werden immer schwerer: Eine Grippe, offiziell Influenza genannt, kündigt sich an. Weil eine Grippe nicht wirklich angenehm ist und sogar schwere Verläufe nehmen kann, überlegen viele Schweizerinnen und Schweizer, sich beim Hausarzt gegen die Grippe impfen zu lassen. Umfragen zufolge entscheidet sich allerdings nur rund jede/r Fünfte für die Impfung. Was die Grippeimpfung bringt und wann sie Sinn macht, möchten wir an dieser Stelle etwas genauer beleuchten.

Was bringt die Grippeimpfung?

Die Impfung gegen die richtige Grippe (Influenza) aktiviert das Immunsystem und bietet einen effektiven Schutz gegen die Influenza-Viren als Grippeerreger. Weil eine Grippe anders als eine harmlose Erkältung auch schwere Verläufe nehmen kann, macht die Grippeimpfung durchaus Sinn, wenn das Immunsystem generell geschwächt ist. Das ist vor allem bei älteren und chronisch kranken Menschen der Fall. Auch eine schlechte, unausgewogene Ernährung sowie ein Mangel an Vitamin D können zu einer geschwächten Immunabwehr führen.

Kosten werden von oft von Krankenkasse übernommen

Die Kosten für eine Grippeimpfung liegen bei etwa 30 bis 40 CHF und sind damit recht überschaubar. Bei Menschen mit besonderem Risiko werden die Kosten (unter Anrechnung der Franchise) von der Grundversicherung übernommen. Auch Arbeitgeber übernehmen die Impfkosten gelegentlich, um krankheitsbedingte Ausfälle ihrer Mitarbeiter zu vermeiden.

Grippeimpfung: kein Schutz gegen Erkältung

Weil eine Erkältung von anderen Erregern ausgelöst wird als die Grippe, schützt die die Grippeimpfung nicht vor einem grippalen Infekt. Husten und Schnupfen kann man also trotz Grippeschutzimpfung bekommen.

Unterschied zwischen Grippe und Erkältung

Eine Erkältung wird z. B. von Adenoviren, Coxsackieviren, Rhinoviren, Respiratory-Syncytial-Viren (RSV), Parainfluenzaviren und Enteroviren ausgelöst. Diese Namen muss man sich nicht behalten, denn lediglich bei sehr kranken Menschen können diese Viren zu ernsthaften Komplikationen führen. Anders hingegen verhält es sich bei den Influenza-Viren, die das Immunsystem weitaus stärker fordern. So kommt es bei der Infektion mit den Grippeviren leicht zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (Sekundärinfektion). Diese kann zu Hirnhautentzündungen, Entzündungen der Skelettmuskulatur und Herzmuskelentzündungen führen. Dementsprechend sollte eine echte Grippe untersucht, und gegebenenfalls behandelt werden.

Während Antibiotika bei einer rein viralen Infektion nichts bewirken, verhindern diese bei einer bakteriellen Sekundärinfektion Schlimmeres. Außerdem müssen sich Betroffene schonen, um die Grippe nicht zu verschleppen. Die Alternative: eine vorsorgliche Impfung gegen Influenza-Viren.

Tipp: Die Grippeimpfung sollte jährlich erneuert, und in der Zeit zwischen Oktober und November durchgeführt werden – kurz bevor sich die Viren meist in der Bevölkerung ausbreiten. Wieso die Grippe meist im Winter auftritt, ist noch nicht abschließend erforscht. Möglicherweise brauchen die Influenza-Viren die Kälte, um sich auszubreiten. Auch das geschwächte Immunsystem im Winter (z. B durch einen geringeren Vitamin-D-Spiegel im Blut) kann zur Ausbreitung der Grippe beitragen.

Nebenwirkungen selten, aber möglich

Zwar macht die Impfung gegen Grippe in sehr vielen Fällen Sinn, doch Nebenwirkungen können wie bei jeder Impfung auftreten – wenn auch selten. Erhebungen zufolge zeigen etwa 9 von 100 geimpften Personen Symptome wie Fieber, Schwitzen, Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen – also ähnliche Symptome wie bei einer Grippe. Ebenso sind allergische Reaktionen möglich.

Bevor man sich gegen Grippe impfen lässt, sollte man also eine Risiko-Nutzen-Abwägung durchführen. Empfohlen wird die Grippeschutzimpfung bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr, Schwangeren, chronisch Kranken sowie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.