In der Schweiz ist laut Schätzungen jeder vierte erwachsene Mensch von Bluthochdruck betroffen. In den letzten Jahren hat sich Bluthochdruck mehr und mehr zu einer Volkskrankheit entwickelt. Doch ab wann gelten die Werte als zu hoch? Wie erkennt man Bluthockdruck und welche Gefahren gehen davon aus?

Anders als viele vermuten, ist der Blutdruck keineswegs eine stabile Konstante, sondern ein dynamischer Wert, der sich mehrfach ändert. Die Anpassung des Körpers ist für das eigene Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit entscheidend. So ist es normal, dass der menschliche Körper bei Stress und starker Beanspruchung mit einem höheren Blutdruck arbeitet. Dadurch stellt er sicher, dass das Herz leistungsfähiger ist und sich die Durchblutung in den Muskeln verbessert, womit auch mehr Sauerstoff durch den Körper transportiert wird. Die Leistungsfähigkeit nimmt dadurch zu. Im Umkehrschluss sorgt der Körper in Ruhe- und Entspannungsphasen dafür, dass der Blutdruck sinkt, das Herz kann also langsamer arbeiten und wird geschont.

Blutdruck schwankt im Tagesverlauf

Grundsätzlich fällt der Blutdruck auch innerhalb eines Tages sehr unterschiedlich aus. Gerade in den Morgenstunden ist es nicht unüblich, dass dieser Wert ein wenig höher ist als am Abend. Der Körper braucht für die Regulierung des Blutdrucks nur Bruchteile einer Sekunde. Gesteuert wird dieser Wert durch ein recht beeindruckendes System, das sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt. Dabei nehmen die Hormone ebenso Einfluss auf den Blutdruck wie die Nerven und Gefäße.

Entscheidend für die Regulierung des menschlichen Blutdrucks ist der sogenannte Sympathikus. Er gehört zum vegetativen Nervensystem und ist für die Steuerung des Herzschlags verantwortlich. Dabei kann er zum einen für einen stärkeren Herzschlag sorgen, kann zum anderen aber auch die Frequenz anpassen. Der Sympathikus ist eng mit den Blutgefäßen verbunden, sodass sich diese in Abhängigkeit von der Frequenz des Herzschlags weiten oder verengen.

Grundsätzlich ist der Sympathikus der Part des Körpers, der für den höheren Blutdruck sorgt. Sein natürlicher Gegenspieler ist der Parasympathikus, der den Blutdruck senkt. Die Hormone, die für die Senkung und Steigerung des Blutdrucks benötigt werden, werden von dem Körper in den Nieren, Nervenfasern und Nebennieren hergestellt. Entscheidend ist dabei das Enzym Renin, das dafür sorgt, dass der Körper Angiotensin II, ein Hormon, das gefäßverengend wirkt, produziert.

Symptome des Bluthochdrucks

Obwohl 1,5 Millionen Schweizer Bürger schätzungsweise an Bluthochdruck leiden, sind vielen die Symptome der Erkrankung nicht bekannt. Grundsätzlich nimmt mit dem Alter auch das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken, deutlich zu. Auch wenn die Anzeichen teilweise sehr allgemein sind, sollten sie ernst genommen und eine mögliche Hypertonie abgeklärt werden.

Beschwerden, die von einem zu hohen Blutdruck ausgelöst werden können, reichen von Schwindelgefühlen über Kopfschmerzen, die gerade am Morgen präsent sind, bis hin zu Schlafstörungen verschiedener Art. Auch Müdigkeit, Nervosität und Nasenbluten sollten immer ernstgenommen werden. Zudem können Kurzatmigkeit, Ohrensausen und ein gerötetes Gesicht auf einen Bluthochdruck hinweisen.  Ein weiteres Anzeichen kann Übelkeit sein. Der am Morgen entstehende Kopfschmerz macht sich insbesondere im Hinterkopf bemerkbar und sorgt gemeinsam mit der Schlafapnoe dafür, dass sich die Betroffenen am Morgen nach dem Aufstehen nicht wach und ausgeruht fühlen.

Die einzelnen Symptome für Bluthochdruck können an einzelnen Tagen stärker präsent sein als an anderen. Gerade in den Wintermonaten haben die Betroffenen oft stärker mit Beschwerden zu kämpfen als während des Sommers.

Wichtig: Die Symptome allein sind noch kein Beweis dafür, dass ein Mensch an Bluthochdruck leidet, übrigens auch dann nicht, wenn sie vermehrt auftreten. Entscheidend ist immer das Messergebnis. Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf um die Symptome abzuklären.

Warum ist Bluthochdruck so gefährlich?

Grundsätzlich muss Bluthochdruck ernstgenommen und auch in entsprechender Form behandelt werden, denn die möglichen Folgekrankheiten sind enorm. Ist der Blutdruck im Allgemeinen zu hoch, leiden darunter vor allem die Organe, die dauerhaft geschädigt werden können. So steigt das Risiko der KHK, der Koronaren Herzkrankheit. Sie äußert sich durch Brustenge und Herzschmerzen.

Bildet sich infolge des Bluthochdrucks eine Herzinsuffizienz, also eine Herzschwäche, kann sich daraus eine verringerte Leistungsfähigkeit entwickeln. Der Körper beginnt damit, Wasser einzulagern, sodass sich unangenehme Ödeme bilden. Diese können nicht nur schmerzhaft sein, sondern aufgrund ihrer Größe auch die individuelle Beweglichkeit einschränken.

Auch die Bildung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit hängt mit einem zu hohen Blutdruck häufig zusammen und zieht unangenehme Schmerzen in den Beinen nach sich. Der Bluthochdruck begünstigt weiterhin die hypertensive Retinopathie, die vor allem Auswirkungen auf das Gesicht hat. So nimmt durch die Erkrankung die Sehschärfe ab und es kann im Gesichtsfeld der Betroffenen zu Ausfällen kommen.

Obwohl sich Bluthochdruck relativ leicht feststellen lässt, wird er oft zu spät diagnostiziert. Gerade nach schweren Komplikationen wie einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt ist die Diagnose Bluthochdruck keine Seltenheit.

Unterschiedliche Arten des Bluthochdrucks

Es gibt zwei unterschiedliche Formen des Bluthochdrucks. Zum einen gibt es die primäre Hypertonie, die am häufigsten vorkommt und heute rund 90 Prozent aller Erkrankungsfälle ausmacht. Die primäre Hypertonie wird nicht durch eine andere Grunderkrankung begünstigt.

Die zweite Form ist die sekundäre Hypertonie. Der Bluthochdruck wird hier immer durch eine andere Erkrankung ausgelöst. Hierbei kann es sich um Schilddrüsenstörungen, aber auch um Nierenkrankheiten oder eine Erkrankung des Stoffwechsels handeln. Eine Behandlung ist hier oft nur dann erfolgreich, wenn auch die Grunderkrankung einbezogen wird.

Für den primären Bluthochdruck gibt es verschiedene Ursachen. Die Behebung dieser ist in der Regel wichtiger Bestandteil der Bluthochdruckbehandlung. Grundsätzlich können einzelne, aber auch mehrere Faktoren einen hohen Blutdruck begünstigen. Gerade Übergewicht ist einer der am häufigsten vorzufindenden Risikofaktoren. Aber auch eine zu salzreiche Ernährung, zu viel Alkohol sowie Bewegungsmangel fördern die Entstehung von Bluthochdruck. Gleiches gilt für eine zu niedrige Kaliumzufuhr, weshalb es wichtig ist, dass viel Obst und Gemüse gegessen werden.

Häufig entsteht primärer Bluthochdruck aber auch infolge einer familiären Neigung. Das Risiko ist hier besonders hoch, wenn mehrere Familienmitglieder selbst von Bluthochdruck betroffen sind. Bei Männern steigt zudem ab einem Alter von 55 Jahren das Bluthochdruckrisiko deutlich. Bei Frauen ist dies erst ab 65 Jahren der Fall.

Ein weiterer Faktor, der die Entstehung von Bluthochdruck begünstigt, leider aber sehr oft weiterhin unterschätzt wird, ist Stress.

Auch wenn bei sportlicher Betätigung der Bluthochdruck noch einmal steigt, sollten sich Patienten um ein gesundes und ausgeglichenes Training bemühen. Eine sehr gute Lösung ist ein leichtes Ausdauertraining, wobei sich die Betroffenen hier unbedingt mit Ihrem Arzt absprechen sollten. Oft gelingt es dann auch durch den Sport den Blutdruck leicht zu senken.