Der Schlaganfall ist eine ernsthafte Herz-Kreislauferkrankung, bei der es zu einer „schlagartig“ einsetzenden Durchblutungsstörung des Gehirns kommt. Etwa 270.000 Menschen sind in Deutschland jährlich betroffen.

Schlaganfallrisiko verringern

Hauptsächlich unterscheidet man zwei Formen des Schlaganfalls:

  • Den Hirninfarkt
  • Die Hirnblutung

Sowohl beim Hirninfarkt als auch bei der Hirnblutung kommt es zu einer Mangeldurchblutung der dahinterliegenden Hirnareale und somit zu einer Minderversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Je nach der betroffenen Hirnregion entstehen dadurch Störungen oder Ausfälle verschiedener Körperfunktionen und häufig bleibende Behinderungen.

Die Todesrate bei Schlaganfällen konnte in den letzten 25 Jahren nahezu halbiert werden, dennoch bleiben sie eine häufige Todesursache.

Die gute Nachricht jedoch ist, Sie können direkten Einfluss nehmen auf die Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall zu erleiden und diese somit massiv verringern.

1. Faktor – Bluthochdruck erkennen

Der Bluthochdruck – auch Hypertonie genannt – ist der Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall. Ein chronisch hoher Blutdruck verursacht Schäden an den Gefäßwänden und fördert die Entstehung der Arteriosklerose. Je höher der Blutdruck ist und je länger er unentdeckt und unbehandelt bleibt, desto größer wird das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Etwa 20 – 30 Mio. Menschen in unserem Land haben einen zu hohen Blutdruck aber nur etwa die Hälfte weiß auch davon.  Die Schwierigkeit besteht also darin, dass Sie erkennen ein Problem zu haben. Die Symptome für Bluthochdruck sind nicht immer leicht zu deuten und manchmal fehlen diese auch ganz:

  • Kopfschmerzen,
  • Schwindel,
  • Nasenbluten,
  • Brustschmerzen,
  • Kurzatmigkeit,
  • Unruhezustände,
  • Gereiztheit,
  • Ohrgeräusche,
  • Sehstörungen.

Alle diese Symptome können selbstverständlich auch völlig andere Ursachen haben, Sie sollten aber bei ihrem Auftreten „hellhörig“ werden, den Blutdruck regelmäßig kontrollieren und bei zu hohen Werten umgehend einen Arzt aufsuchen.

Durch unterschiedliche Belastungen während des Tages schwankt Ihr Blutdruck. Das ist ganz natürlich. Ein optimaler Blutdruck in Ruhe liegt bei unter 120/80 mmHg.

Von Bluthochdruck wird dann gesprochen, wenn wiederholt ein Druck von systolisch 140 mmHg und diastolisch 90 mmHg oder mehr gemessen wird. (Der „systolische“ ist immer der obere, der „diastolische“ der untere Wert.)

2. Faktor – Übergewicht vermeiden

Übergewicht ist ja nun erstmal keine Erkrankung im eigentlichen Sinne, dennoch kann es Ihr Risiko einen Schlaganfall zu erleiden um das zwei bis dreifache erhöhen. Um für sich selbst eine Bewertung des Körpergewichts zu treffen, können Sie Ihren eigenen Körpermassenindex (BMI – Body Maß Index) errechnen. Die Formel hierfür lautet: Körpergewicht in kg / Körpergröße in m x Körpergröße in m.

Beispiel: Ein 80kg schwerer Mann mit einer Körpergröße von 1,75 m rechnet 80/(1,75×1,75)= 26,1

Gemäß Definition spricht man ab einem BMI von 25 von Übergewicht. Ab diesem Wert wächst mit steigendem BMI Ihr Schlaganfallrisiko.

Neben dem BMI bestimmen zum einen die Verteilung des Körpervolumens (Muskulatur, Fett, Wasser) und zum anderen die Verteilung des Körperfettes (Anreicherungsstellen des Körperfettes) das Risiko. Besonders das Bauchfett wird als risikoreich eingeschätzt. Daher können Sie auch einfach mal Ihren Bauchumfang messen. Hier gilt:

Für Frauen

  • Bauchumfang > 80 cm = erhöhtes Risiko
  • Bauchumfang > 88 cm = deutlich erhöhtes Risiko

Für Männer

  • Bauchumfang > 94 cm = erhöhtes Risiko
  • Bauchumfang > 102 cm = deutlich erhöhtes Risiko

3. Faktor – Bewegungsmangel „beheben“

Jeder der selbst Sport getrieben hat weiß, Training hält fit und stärkt Muskulatur und Ausdauer. Bewegung trainiert Ihre Muskeln und Gefäße und versorgt diese mit mehr Sauerstoff. Besonders Ausdauersport reguliert den Zuckerstoffwechsel und senkt Blutdruck- und Cholesterinwerte.

Auch Ihr Herz ist ein Muskel, der trainiert werden muss. Fordern Sie es nicht ausreichend, verliert es seine Leistungsfähigkeit. Menschen die sich wenig bewegen haben häufiger einen zu hohen Blutdruck.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt etwa 150 Minuten in der Woche „Sport/Bewegung“ mit moderater Intensität. Hierbei sollten Sie den Begriff „moderat“ verinnerlichen, denn Höchstleistungen sind gar nicht notwendig. Eine halbe Stunde an 5 Tagen in der Woche ist völlig ausreichend. Als besonders zielführende Sportarten gelten: Fahrrad fahren, Walken, Schwimmen, Joggen oder ein Herz-Kreislauftraining im Verein oder Sportstudio. Ganz davon abgesehen ist es ein probates Mittel um ein eventuelles Übergewicht zu reduzieren.

4. Faktor – Hören Sie auf zu rauchen

Rauchen erhöht das Schlaganfallrisiko um das zwei bis vierfache. Grund dafür sind vor allem die im Rauch enthaltenen Schadstoffe, die die Blutgefäße belasten. Arterien verengen sich und die Herzaktivität nimmt zu. In der Folge verschlechtert sich die Durchblutung und der Blutdruck steigt. Was viele nicht wissen: Raucher sterben häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als an Krebs.

Was das Schlaganfallrisiko angeht ist der Verzicht auf Tabak und Nikotin insofern besonders bemerkenswert, da bereits nach 5 Jahren Rauchfreiheit das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden gegenüber einem schon immer Nichtrauchenden nicht mehr signifikant erhöht ist.

6. Faktor – Alkohol, weniger ist mehr

Ein Bier am Abend, ein Gläschen Wein zum Essen. Alkohol ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Weit verbreitet ist die Meinung, dass er in geringen Mengen dem Herz-Kreislaufsystem nicht schadet. Ein Gläschen in Ehren… Tatsächlich sorgt der Konsum einer geringen Menge Alkohols für eine verstärkte Durchblutung und verringert somit die Gefahr eines Hirninfarkts. Aber Vorsicht, in gleichem Maße erhöht sich die Gefahr einer Hirnblutung. Generell muss man sagen, dass übermäßiger Alkoholkonsum das Schlaganfallrisiko deutlich erhöht. Aber was ist eigentlich „übermäßig“?

  • Für Frauen liegt der Grenzwert zwischen 10 bis 12 Gramm reinem Alkohol täglich. Das entspricht in konkreten Mengen: 0,3 Liter Bier, 0,15 Liter Wein oder Sekt
  • Für Männer liegt der Grenzwert zwischen 20 bis 24 Gramm reinem Alkohol täglich. Das entspricht in konkreten Mengen: 0,5 Liter Bier, 0,25 Liter Wein oder Sekt.

Alles was darüber hinaus geht erhöht Ihr Schlaganfallrisiko eklatant. Auch die Gefahr an einer Alkoholsucht zu erkranken ist bei regelmäßigem Konsum gegeben. Sie sollten daher an mindestens 3-4 Tagen in der Woche ganz auf Alkohol verzichten.

7. Faktor – Fettstoffwechselstörung (erhöhter Cholesterinwert) vorbeugen/vermeiden

Das Problem bei einer Fettstoffwechselstörung im Blut ist, dass sie zunächst keine Beschwerden verursacht. Sie merken das nicht so ohne weiteres. Es führt aber zu cholesterinhaltigen Ablagerungen an den Gefäßwänden und befördert somit Arteriosklerose und nachfolgenden Bluthochdruck.

Im Blut zirkulierende Fette sind lebensnotwendig. Sie dienen als Energiereserven, schützen und stabilisieren unsere Organe und sind Bestandteil des Nervengewebes. Sie sorgen für die Produktion von Hormonen und Vitamin D.

Eine Fettstoffwechselstörung liegt vor wenn die Blutfettwerte erhöht sind. Liegt eine solche Erhöhung vor, müssen Sie zuerst mögliche Ursachen im Bereich Leber, Nieren oder Schilddrüse ausschließen. Auch eine erbliche Veranlagung kann gegeben sein. Allerdings können Sie durch eine gesunde Lebensweise den Ausbruch oder die Intensität erheblich beeinflussen. Zucker-, fett-  und cholesterinreiche Nahrungsmittel, sowie Übergewicht und Bewegungsmangel können eine Fettstoffwechselstörung auslösen oder verstärken.

Achten Sie auf Ihre Ernährung.

8. Faktor – Diabetes mellitus erkennen

Wie bei der Fettstoffwechselstörung oder dem Bluthochdruck ist das Hauptproblem bei erhöhten Zuckerwerten die Tatsache, dass sie oft erst spät entdeckt werden. Diabetiker haben zu Beginn oft keinerlei Beschwerden. Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch chronisch erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) charakterisiert ist. Das Schlaganfallrisiko erhöht sich für einen Diabetiker um das zwei bis dreifache, wobei zu beachten ist, dass mit der Diabetes einhergehend oft noch weitere Faktoren vorliegen.
Diabetes Mellitus wird unterteilt in Typ 1 und Typ 2, wobei die Ursachen bei Typ 1 nach wie vor nicht eindeutig geklärt sind. Demzufolge gibt es hier auch keine vorbeugenden Maßnahmen die vor dieser selteneren Form schützen.
Die Typ 2-Diabetes wird jedoch gefördert durch Umstände die mit Lebensgewohnheiten in Verbindung stehen. Klar, mit ansteigendem Lebensalter wächst das Risiko an Diabetes Mellitus zu erkranken. Ebenso gibt es die genetische Veranlagung dazu. Daran können Sie nichts ändern. Allerdings sind falsche Ernährung, Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität (Bewegung) Aspekte die Sie sehr wohl beeinflussen können.

9. Faktor – Vorhofflimmern erkennen

Das Vorhofflimmern ist eine spezielle Form der Herzrhythmusstörung . Hierbei gerät das Herz sozusagen aus dem Takt. Dies führt zu ungleichmäßigen Blutströmungen. Hierbei können sich kleine Gerinsel im Herzen bilden, die dann durch die Blutzufuhr ins Gehirn gelangen. Dort besteht die Gefahr, dass eine Arterie verstopft und so ein Schlaganfall ausgelöst wird.
Auch hier treten nicht bei allen Betroffenen Symptome auf, wodurch eine Feststellung erschwert wird. Bekannt sind:
• Herzklopfen „Herzstolpern“,
• Atemnot und Kurzatmigkeit auch in Ruhezuständen,
• Brustschmerzen,
• Unruhe und Angstzustände,
• Schwindel und Benommenheit,
• Erschöpfung,
• Schwitzen.
Nicht alle Ursachen für ein Vorhofflimmern können Sie beeinflussen. Allerdings sind Bluthochdruck, starkes Übergewicht und Diabetes Faktoren die Sie angehen können. Übermäßiger Alkoholgenuss, viel fettiges Essen und chronischen Stress sollten Sie vermeiden.

10. Faktor – Gesünder leben

Es gibt Dinge die Sie nicht ändern können. Alter, Geschlecht und genetische Veranlagung sind gegeben und haben selbstverständlich Einfluss auf alle Bereiche Ihrer Gesundheit.
Der 10. Faktor in dieser Ausführung aber ist im Grunde eine Zusammenfassung aller vorangegangenen Aspekte. Leben Sie gesund und bewegen Sie sich ausreichend. Hören Sie in Ihren Körper hinein und nehmen Sie regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahr. Nehmen Sie Herausforderungen an aber lassen Sie sich nicht in eine dauerhafte Stresssituation drängen ohne die entsprechenden Ruhephasen zu haben.
Gesünder leben – gesund bleiben.